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Der ganze Mythos um den Flaschenkaries

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Der Mythos um die Flaschenkaries ist äußerst weitreichend. Während einige ihn komplett verleugnen, predigen die Zahnärzte die Wichtigkeit der Mundhygiene - bereits bevor der erste Zahn durchbricht. Aber gibt es Flaschenkaries nun eigentlich wirklich? Und was genau steckt dahinter?
 

Was ist Flaschenkaries?

Flaschenkaries, auch Nursing Bottle Syndrom oder Early Childhood Caries (ECC) genannt, betrifft in erster Linie Babys und Kleinkinder. Es bezeichnet eine besondere Art von Karies, die die Milchzähne schädigt. Die Entstehung von Karies benötigt im allgemeinen kariesverursachende Bakterien, Nahrung und Zeit.
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Die Bakterien, die die Fläschchenkaries verursachen , werden oft von den Eltern auf die Kinder übertragen. Daher gilt es auch als Elternteil auf die eigene Zahn- und Mundgesundheit zu achten. Zu regelmäßiger Prophylaxe und Zahnreinigungen ist unbedingt zu raten.
Aus zucker- und kohlenhydrathaltigen Rückständen erstellen die Bakterien mit etwas Zeit Säure, die den Zahnschmelz angreift und die Zähne auf Dauer zersetzt.

Die Fläschchenkaries entsteht durch eine vermehrte Nutzung von Flaschen jeglicher Art. Auch Strohhalme, Trinklernflaschen, Sportflaschen oder Schnabeltassen gehören dazu.
Da die Öffnungen sehr klein sind, dauert das Trinken aus diesen Flaschen weitaus länger als aus einem normalen Glas.

Wenn dem Kind das Trinken zusätzlich selbst überlassen wird, so trinkt es oft nur kleinere Schlücke, allerdings über einen längeren Zeitraum. Das Problem daran ist, dass die durch das Getränk entstandene Säure nicht neutralisiert werden kann. Der menschliche Speichel benötigt für diesen Vorgang ungefähr 30 Minuten. Trinkt das Kind über einen längeren Zeitraum in kleineren Schlückchen, bleibt dem Speichel keine Zeit die Säure auszugleichen. Es kommt zum Angriff des Zahnschmelzes bis hin zur Entstehung von Karies.
 

Die Folgen von unbehandelter Flaschenkaries

Besonders die nächtliche Gabe von süßen Getränken gefährden die Zähne der Kleinen.
Auch Milch, Pre-, oder Muttermilch sollte bestenfalls nicht nach dem Zähne putzen gegeben werden, da sie Kohlenhydrate enthalten.
In der Nacht ist der Speichelfluss verringert und somit auch seine neutralisierende Wirkung. Hier sind die Zähne besonders angreifbar.
Weil die Frontzähne im Oberkiefer durch die kleine, oberhalb liegende Öffnung solcher Flaschen stetig umspült werden, beginnt das Nursing Bottle Syndrom im Oberkiefer.
Die ersten Anzeichen des Karies sind an den oberen Frontzähnen in Form von dünnen, weißen Linien, die parallel zum Zahnfleischrand verlaufen, zu erkennen. Sie zeigen entkalkte Stellen, die durch die Säure verursacht wurden.
Daraufhin verfärben sich die weißen Stellen oft erst auf der Rückseite der Zähne bräunlich. Dies ist besonders tückisch, da es von den Eltern oft nicht bemerkt wird.

Ist die Karies bereits zur Vorderseite vorgedrungen, ist dies ein Zeichen für weit fortgeschrittene Fläschchenkaries.
Sobald die Krankheit mit den bräunlichen Stellen sichtbar wird, breitet sie sich rasant aus. Die Karies befällt erst den kompletten Oberkiefer, bevor sich auch die unteren Zähne anstecken. Diese sind durch die darüberliegende Zunge etwas mehr geschützt.
Im weiteren Krankheitsverlauf beginnen die Zähne langsam zu bröckeln. Daraufhin brechen sie bei Nicht-Behandlung in kleinen Stückchen ab.
Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollte die Karies bemerkt werden. Das Kind hat Schmerzen. Es möchte das Zähne putzen umgehen. Auch das Essen oder Trinken wird zu einem Spießrutenlauf für das Kind.


Weiterhin kommt es zu Entzündungen im Mundbereich. Es entstehen kleine, oft eitrige Fisteln am Gaumen. Sollte auch dann keine Behandlung vorgenommen werden, können sich Abszesse im Gesichts- oder Mundbereich der Kinder bilden.
Dies ist nicht nur schmerzlich, es bedeutet auch größtenteils Folgeschäden für die kleinen Patienten.
 
Neben der für die Kinder unangenehmen, zahnärztlichen Behandlung und dem langen Stillsitzen kann die Nuckelflaschenkaries weitaus tiefgehende Konsequenzen nach sich ziehen.
Während die kleinen Patienten bei geringerem Befall mit Kronen oder Füllungen behandelt werden können, droht bei besonders weit fortgeschrittener Karies der Verlust der Milchzähne. Das Ziehen der übriggebliebenen Stümpfe wird insbesondere bei kleineren, ungeduldigen Kindern in Vollnarkose durchgeführt.

Bei jüngeren Patienten ist es möglich, dass durch das Fehlen der Milchzähne die Sprachentwicklung gestört wird. Da sie über Jahre mit lückenhaftem Gebiss oder gar komplett ohne Zähne leben müssen, lernen diese Kinder erst viel später Sprechen und eine richtige Aussprache.
Währenddessen besteht bei den schon älteren Kindern die Gefahr, dass die bereits im Kiefer vorhandenen, bleibenden Zähne Schäden nehmen.
Bleibt die Karies bei den Kleinkindern unbehandelt, kann es im schlimmsten Falle sogar bis zu einer lebensbedrohlichen Hirnhautentzündung kommen.
 

Flaschenkaries vorbeugen
 

Neben der Behandlung der Karies ist es besonders wichtig, das Nuckeln sofort einzustellen. Da die Krankheit so schnell voranschreitet, wäre die Behandlung andernfalls möglicherweise ohne jeglichen Erfolg.
Möchte das Kind vor dem Schlafen gehen noch etwas trinken, sollte immer auf Wasser zurückgegriffen werden. Die Gabe von gesüßten Getränken oder Milch sollte strikt reduziert werden. Wenn das Kind oder die Eltern nicht vollkommen darauf verzichten möchten, sollten diese lediglich zu den Mahlzeiten verfügbar sein. Daraufhin müssen die Zähne geputzt werden.
Um dem Ganzen vorzubeugen, sollten werdende Eltern sowohl über die eigene, als auch über die Mundhygiene des Kindes aufgeklärt werden.
Diese Sensibilisierung der Eltern muss unbedingt gegeben sein. Sie müssen sich der Verantwortung bewusst werden, die sie allein tragen.

Dabei beginnt die Hygiene nicht etwa mit dem ersten Zahn.
Auch der zahnlose Kiefer muss gepflegt und gesäubert werden. Dafür gibt es spezielle, weiche Babybürstchen. Diese sind in den Drogerieabteilungen gut ausgestatteter Einzelhandelsketten erhältlich.
Möchte man die Bürstchen nicht nutzen, kann für die Reinigung des Babykiefers auch ein weiches, feuchtes Tuch oder ein Waschlappen als Alternative dienen.
Dieses Ritual bringt einen weiteren Vorteil: Das Kind gewöhnt sich bereits im Säuglingsalter an die tägliche Mundhygiene. So wird auch die Anpassung an das spätere Zähne putzen ab dem Durchbruch des ersten Zahnes nicht allzu kompliziert.

Sobald der erste Zahn durchbricht,  wird auch der erste Zahnarztbesuch notwendig.
Hier kann der Zahnarzt oder die Zahnärztin des Vertrauens nicht nur das erste Zähnchen begutachten, sondern auch nochmal über die richtige Hygiene aufklären.
Desweiteren wird das Trinkverhalten des Kindes besprochen.

Soll das Nuckeln am Schnuller oder auch an der Flasche abgewöhnt werden, kann das Team in der Praxis wertvolle Tipps geben.
 

Die Mundhygiene des Babys beginnt bereits in der Schwangerschaft

Die Mund- und Zahnhygiene der Erziehungsberechtigten ist genauso wichtig, denn die kariesverursachenden Bakterien werden von den Erwachsenen oder etwa Geschwisterkindern auf das Kleinkind übertragen.

Schon in der Schwangerschaft sollten regelmäßige Zahnarztbesuche selbstverständlich sein.
Die Prophylaxe, also die Vorsorgeuntersuchungen, sind aus verschiedenen Gründen bereits so früh wie möglich wichtig.
Eine Parodontitis kann eine Schwangerschaft maßgeblich beeinflussen. Das Risiko einer Frühgeburt wird durch diese Krankheit um das siebenfache erhöht.
Während regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen können aufkommende Parodontitis-Erkrankungen rechtzeitig erkannt und behandelt werden. So wird das Risiko der Komplikationen bei der späteren Geburt deutlich gesenkt.
Aus diesem Grund sollten Frauen, die planen schwanger zu werden, bereits einem Zahnarzt vorstellig werden.

Die erste Zeit einer Schwangerschaft ist oft durchzogen von Übelkeit und erhöhtem Würgereiz. Dadurch können sich die Putzgewohnheiten, die möglicherweise vor der Schwangerschaft optimal waren, ändern.
Durch das häufige Übergeben, an dem viele Frauen leiden, sind die Zähne erhöhter Säure ausgesetzt.
Bei den oben genannten Symptomen ist eine Professionelle Zahnreinigung besonders zu empfehlen.
Während einer sogenannten PZR werden sowohl die Zähne, als auch die Zahnzwischenräume gründlich gereinigt.
Hierbei ist es wichtig, das Praxisteam auf den vorhandenen Würgereiz hinzuweisen.
Das geschulte Personal kann nur so Rücksicht nehmen.

Die Zahnarztbesuche sollten möglichst vor oder bis zum zweiten Drittel der Schwangerschaft vorgenommen werden. Später kann es zu Schmerzen beim längeren Liegen kommen. Weiterhin ist es möglich, dass die Gebärmutter durch die liegende Position den Blutfluss zum Herzen unterdrückt. Dies kann bei der Mutter Herzrasen oder Schwindel hervorrufen.
Ebenso wichtig für die Zahngesundheit des Kindes sind auch Mundgesunde Väter und Geschwister. Diese dürfen die Mütter und Schwangeren unbedingt zu Prophylaxe- und PZR-Sitzungen begleiten.