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Wechselwirkung Parodontalerkrankung und allgemeingesundheitliche Störungen

Erkrankungen des Zahnhalteapparates können durch Allgemeinerkrankungen, Streß, Rauchen gefördert werden. Umgekehrt können sie aber auch Allgemeinerkrankungen,Stoffwechselstörungen,  Erkrankungen des Herzens verschlimmern. Es wird auch ein Zusammenhang mit  Fehlgeburten,geringem Geburtsgewicht, und weiterer Störungen berichtet.  Parodontitis steht im Verdacht andere Krankheiten zu beeinflussen ,Gefährliche Entzündung: Parodontitis schadet nicht nur den Zähnen Von Tanja Wolf , Spiegel Online 31.1.14 Den Zusammenhang mit Diabetes im Visier Es gilt als gut belegt, dass es einen Zusammenhang zwischen Parodontitis und Diabetes gibt. Das Besondere daran ist die Wechselwirkung: Diabetiker haben ein dreimal so hohes Risiko, eine Parodontitis zu entwickeln, wie Nicht-Diabetiker. Zudem kann eine Parodontitis die Blutzuckerwerte verschlechtern, und umgekehrt Diabetes den Verlauf einer Parodontitis verschlimmern. So wurde in Studien gezeigt, dass Diabetes das Risiko für Zahnverlust erhöht und eine Parodontitis das Risiko für diabetische Komplikationen erhöht, vielleicht sogar zur Entstehung eines Diabetes beiträgt. Diskutiert wird auch ein Zusammenhang mit Übergewicht (Adipositas), Atherosklerose, Frühgeburten, Rheumathoider Arthritis, Lungenerkrankungen oder Krebs. "Wir vermuten, dass eine Parodontitis mit mindestens zehn Erkrankungen in Verbindung steht", sagt James Deschner, Parodontologe an der Uni-Klinik Bonn und Leiter der ersten klinischen Forschergruppe der Zahnmedizin, die seit 2008 Ursachen und Folgen von Parodontalerkrankungen untersucht. Was eine Parodontitis? Parodontitis ist keine Zahnfleischentzündung (Gingivitis), sondern eine Entzündung des gesamten Zahnhalteapparats. Und eine Volkskrankheit. Weil die Definition der Krankheit und der Schweregrade nicht einheitlich geregelt ist, kursieren unterschiedliche Zahlen. Führende Forscher gehen aber heute davon aus, dass acht Millionen Menschen, also etwa zehn Prozent der deutschen Bevölkerung eine schwere, behandlungsbedürftige Parodontitis haben. Das entspricht etwa der Verbreitung der Zuckerkrankheit: Nach den Zahlen des Deutschen Gesundheitssurvey von 2012 (DEGS) leiden gut sieben Prozent der Bevölkerung an einem diagnostizierten Diabetes. Was müssen Diabetiker beachten? Ursache für dieses gefährliche Wechselspiel ist die Entzündung: Die Bakterien in den Zahnfleischtaschen gelangen über den Blutkreislauf in den Körper und können dort entzündungsfördernde Stoffe freisetzen. Deshalb wird in vielen Studien untersucht, ob eine Parodontitis auch das Risiko für andere Erkrankungen erhöht. Auch für eine Schlagzeile wie "Parodontitis-Therapie vermeidet Herzinfarkte" ist es zu früh. Zwar wird seit langem eine Verbindung zwischen Parodontitis und dem Auftreten von Schlaganfällen oder koronarer Herzkrankheit angenommen. Doch ob das eine das andere bedingt, ist unklar. Thomas Dietrich, Leiter der Abteilung für Oralchirurgie an der Zahnklinik der Universität in Birmingham, wertete 2013 die vorliegenden Studienberichte aus. Demnach haben Patienten mit Parodontitis ein höheres Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, also für Herz- und Gefäß-Krankheiten. Zwar fördere die Entzündungsreaktion die gefährlichen Gefäßveränderungen in den Arterien, sagt auch Sebastian Becher, Parodontologe und Mitglied eines europäischen Verbunds von Fachzahnärzten (ECDI). Zudem seien die krankheitsfördernden Bakterien aus den Zahnfleischtaschen in den verengten Gefäßen nachgewiesen worden. Ob aber eine Parodontitis-Therapie umgekehrt das Risiko für die Arterienverkalkung senkt, sei eine offene Frage. Ärzte hegen auch den Verdacht, dass Parodontitis das Risiko für Frühgeburten erhöhen kann: 1996 erregte eine US-Studie großes Aufsehen. Den Ergebnissen nach ist das Risiko für eine Frühgeburt bei Parodontitis-Patienten bis zu siebenfach erhöht. Doch die Studie ist umstritten - die Resultate wurden bisher nicht bestätigt. Zudem fehlt ebenfalls noch ein Beleg, ob im Umkehrschluss eine Parodontitis-Therapie das Frühgeburtenrisiko senkt. In einer aktuellen US-Studie blieb die Zahl der Frühgeburten gleich - mit und ohne Behandlung. Und wie sieht es bei Adipositas aus? Auch hier vermuten Forscher eine gegenseitige Beeinflussung: "Bestimmte Moleküle, die im Fettgewebe produziert werden, sind bei adipösen Patienten verstärkt auch im Parodont (Zahnhalteapparat - d.Red) nachweisbar", sagt Deschner, aber die Forschung stehe hier noch am Anfang. Zudem kann bei sehr dicken Menschen auch immer ein Diabetes für stärkere Zahnbettprobleme verantwortlich sein. Und so ist es auch bei anderen vermuteten Zusammenhängen: Oft sind andere Ursachen so stark, dass der Einfluss der Parodontitis schwer herauszufiltern ist. © SPIEGEL ONLINE 2014

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Erkrankungen des Zahnhalteapparates können durch Allgemeinerkrankungen, Streß, Rauchen gefördert werden. Umgekehrt können sie aber auch Allgemeinerkrankungen,Stoffwechselstörungen,  Erkrankungen des Herzens verschlimmern. Es wird auch ein Zusammenhang mit  Fehlgeburten,geringem Geburtsgewicht, und weiterer Störungen berichtet.  Parodontitis steht im Verdacht andere Krankheiten zu beeinflussen ,Gefährliche Entzündung: Parodontitis schadet nicht nur den Zähnen Von Tanja Wolf , Spiegel Online 31.1.14 Den Zusammenhang mit Diabetes im Visier Es gilt als gut belegt, dass es einen Zusammenhang zwischen Parodontitis und Diabetes gibt. Das Besondere daran ist die Wechselwirkung: Diabetiker haben ein dreimal so hohes Risiko, eine Parodontitis zu entwickeln, wie Nicht-Diabetiker. Zudem kann eine Parodontitis die Blutzuckerwerte verschlechtern, und umgekehrt Diabetes den Verlauf einer Parodontitis verschlimmern. So wurde in Studien gezeigt, dass Diabetes das Risiko für Zahnverlust erhöht und eine Parodontitis das Risiko für diabetische Komplikationen erhöht, vielleicht sogar zur Entstehung eines Diabetes beiträgt. Diskutiert wird auch ein Zusammenhang mit Übergewicht (Adipositas), Atherosklerose, Frühgeburten, Rheumathoider Arthritis, Lungenerkrankungen oder Krebs. "Wir vermuten, dass eine Parodontitis mit mindestens zehn Erkrankungen in Verbindung steht", sagt James Deschner, Parodontologe an der Uni-Klinik Bonn und Leiter der ersten klinischen Forschergruppe der Zahnmedizin, die seit 2008 Ursachen und Folgen von Parodontalerkrankungen untersucht. Was eine Parodontitis? Parodontitis ist keine Zahnfleischentzündung (Gingivitis), sondern eine Entzündung des gesamten Zahnhalteapparats. Und eine Volkskrankheit. Weil die Definition der Krankheit und der Schweregrade nicht einheitlich geregelt ist, kursieren unterschiedliche Zahlen. Führende Forscher gehen aber heute davon aus, dass acht Millionen Menschen, also etwa zehn Prozent der deutschen Bevölkerung eine schwere, behandlungsbedürftige Parodontitis haben. Das entspricht etwa der Verbreitung der Zuckerkrankheit: Nach den Zahlen des Deutschen Gesundheitssurvey von 2012 (DEGS) leiden gut sieben Prozent der Bevölkerung an einem diagnostizierten Diabetes. Was müssen Diabetiker beachten? Ursache für dieses gefährliche Wechselspiel ist die Entzündung: Die Bakterien in den Zahnfleischtaschen gelangen über den Blutkreislauf in den Körper und können dort entzündungsfördernde Stoffe freisetzen. Deshalb wird in vielen Studien untersucht, ob eine Parodontitis auch das Risiko für andere Erkrankungen erhöht. Auch für eine Schlagzeile wie "Parodontitis-Therapie vermeidet Herzinfarkte" ist es zu früh. Zwar wird seit langem eine Verbindung zwischen Parodontitis und dem Auftreten von Schlaganfällen oder koronarer Herzkrankheit angenommen. Doch ob das eine das andere bedingt, ist unklar. Thomas Dietrich, Leiter der Abteilung für Oralchirurgie an der Zahnklinik der Universität in Birmingham, wertete 2013 die vorliegenden Studienberichte aus. Demnach haben Patienten mit Parodontitis ein höheres Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, also für Herz- und Gefäß-Krankheiten. Zwar fördere die Entzündungsreaktion die gefährlichen Gefäßveränderungen in den Arterien, sagt auch Sebastian Becher, Parodontologe und Mitglied eines europäischen Verbunds von Fachzahnärzten (ECDI). Zudem seien die krankheitsfördernden Bakterien aus den Zahnfleischtaschen in den verengten Gefäßen nachgewiesen worden. Ob aber eine Parodontitis-Therapie umgekehrt das Risiko für die Arterienverkalkung senkt, sei eine offene Frage. Ärzte hegen auch den Verdacht, dass Parodontitis das Risiko für Frühgeburten erhöhen kann: 1996 erregte eine US-Studie großes Aufsehen. Den Ergebnissen nach ist das Risiko für eine Frühgeburt bei Parodontitis-Patienten bis zu siebenfach erhöht. Doch die Studie ist umstritten - die Resultate wurden bisher nicht bestätigt. Zudem fehlt ebenfalls noch ein Beleg, ob im Umkehrschluss eine Parodontitis-Therapie das Frühgeburtenrisiko senkt. In einer aktuellen US-Studie blieb die Zahl der Frühgeburten gleich - mit und ohne Behandlung. Und wie sieht es bei Adipositas aus? Auch hier vermuten Forscher eine gegenseitige Beeinflussung: "Bestimmte Moleküle, die im Fettgewebe produziert werden, sind bei adipösen Patienten verstärkt auch im Parodont (Zahnhalteapparat - d.Red) nachweisbar", sagt Deschner, aber die Forschung stehe hier noch am Anfang. Zudem kann bei sehr dicken Menschen auch immer ein Diabetes für stärkere Zahnbettprobleme verantwortlich sein. Und so ist es auch bei anderen vermuteten Zusammenhängen: Oft sind andere Ursachen so stark, dass der Einfluss der Parodontitis schwer herauszufiltern ist. © SPIEGEL ONLINE 2014

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